Geschichte der Zeder

Quelle: das Buch „Zedernbaum, der König Sibiriens“, welches bald in deutscher Fassung erscheinen wird.

Auf dem eurasischen Kontinent hat die großzügige Natur einzigartige fruchttragende Nadelbaumarten aus der Gattung der Kiefer (Pinus) hervorgebracht. Es handelt sich dabei um die sogenannten Nordzedern, zu welchen die sibirische Zirbelkiefer oder auch sibirische Zeder, die europäische Zirbelkiefer oder auch europäische Zeder und die koreanische Zirbelkiefer oder auch Korea-Zeder genannt, zählen.

Die symbolische Bezeichnung „Zeder“ erhielten diese Bäume aufgrund ihrer äußerlichen aber nicht biologischen Gemeinsamkeiten mit den mächtigen Südzedern: der nLibanon-Zeder, der Atlas-Zeder und der Himalaya-Zeder, welche nach der Systematik ihrer Holzart zur Gattung der Zeder (Cedrus) gehören und deshalb echte Zedern sind.

Seit vielen Generationen wird die sibirische Zirbelkiefer in Russland, ihrer Heimat, Zeder genannt. Dieser spezifische Begriff hat sich in der Wissenschafts- und Unterhaltungsliteratur fest etabliert und wird allgemein anerkannt, obwohl er aus botanischer Sicht nicht korrekt ist. Er ist so geläufig, dass es unsinnig erscheint, die sibirische Zeder Kiefer zu nennen.

Europäische Botaniker und die Bevölkerung der Bergregionen Mittel- und Südeuropas unterschieden schon immer die europäische Zirbelkiefer von der gewöhnlichen Kiefer. Aus diesem Grund existieren auf verschiedenen europäischen Sprachen und Dialekten viele eigenständige volkstümliche Bezeichnungen für die europäische Zeder.

Die sibirische Zeder und die westeuropäische Zeder sind eng miteinander verwandt. Weite Teile Europas weisen ein für das Wachstum dieser Bäume günstiges Klima auf. Die Natur hat die Nordzedern großzügig mit einzigartigen heilenden, dekorativen und anderen für den Menschen nützlichen Eigenschaften ausgestattet.

In Russland wurde der Zeder ein besonderes und hartes Schicksal zuteil. Die sibirische und die koreanische Zeder, welche sowohl die Menschen als auch die vielseitige Tierwelt der Taiga mit wunderbaren Nüssen reich beschenken, wurden neben der Tanne und der Fichte viele Jahrzehnte lang für die Verwendung als Bauholz gefällt.

Im Schicksal der Zeder spiegelt sich die Geschichte Russlands und die Mentalität der Bevölkerung dieses Landes wider. In ihrer jahrhundertelangen Lebenszeit wird eine Zeder Zeuge von Vorzügen wie auch Lastern der menschlichen Gesellschaft: von der Staatskunst der Zaren und Anführer des Landes auf der einen und des Unwissens in Bezug auf den Umgang mit Ressourcen von Amtsmännern verschiedener Ränge auf der anderen Seite; von der rationalen komplexen Verwendung vieler Reichtümer der Zedernwälder der Taiga und der industriellen verschwenderischen Zerstörung des nusstragenden Baumes für die ausschließliche Verwendung als Baumaterial; von dem leidenschaftlichen Schutz von Spezialisten wie Forstwirten und der wissenschaftlichen Gemeinschaft vor Holzdiebstahl sowie vom kurzsichtigen Voluntarismus von Waldarbeitern; von dem gesetzlichen Verbot industrieller Abholzung im Jahr 1990 sowie von der erneuten Erlaubnis unter den Bedingungen des modernen „Fortschritts, der mit Profit einhergeht“. Dieser bildliche Ausdruck wurde vom Schriftsteller Leonid M. Leonow, Autor des Buches „Der russische Wald“ (Originaltitel: „Russkij les“) geprägt.

In Russland gibt es keine andere Baumart, die in ihrer Vielfalt an nützlichen Eigenschaften der sibirischen Zeder gleichkommt. Dieser farbenreiche immergrüne Gigant der sibirischen Taiga dient nicht nur der forstwirtschaftlichen Produktion, sondern verfügt auch über ein breites Spektrum an physiologischen heilenden Wirkungen. Heilkräfte sind in den Nüssen, den Nadeln, dem Harz (Terpentin), dem Holz und der sterilen Zedernluft, die vom Duft von ätherischen Ölen und Balsam erfüllt ist, enthalten. Es ist durchaus anzunehmen, dass die langlebigen Zedern mit ihren weit zum Himmel geöffneten Baumkronen kosmische Energie speichern und beim Kontakt mit einem Menschen möglicherweise seine Bioenergetik verändern und seine Lebensenergie erhöhen.

Die sibirische Zeder ist ein Inbegriff von Schönheit. Sie ist majestätisch, wunderschön und sorgt zu jeder Jahreszeit bei Menschen mit Sinn für Ästhetik für einen außergewöhnlichen emotionalen Seelenzustand. Die große Vielfalt ihrer dekorativen Möglichkeiten ist eine wahre Fundgrube für die Landschafts- und Gebäudebegrünung, die Bepflanzung von Vorgärten usw.

Die sibirische Zeder ist Russlands wichtigster nusstragender Baum. Ihre Heimat ist das russische Sibirien und mit Ausnahme von der Mongolei und Kasachstan, wo sie in kleinen Gebieten der Grenzregionen wächst, ist sie in keinem anderen Land zu finden.

Das Kostbarste an diesem Baum sind seine Zedernnüsse, bei welchen es sich um ein sehr kalorienreiches und ökologisches Produkt mit hoher Bioaktivität handelt. Die Zedernnüsse waren eine wichtige wirtschaftliche Ressource Russlands. In den letzten Jahren wurden sie aufgrund der Massenzerstörung der ertragreichen Zedernwälder, der niedrigen Produktivität des Saatguts, des fortgeschrittenen Alterungsprozesses der übrigen Bäume und der Arbeitsintensität der Nussindustrie unter den schweren Bedingungen der Taiga zu einer raren und teuren Ware.

Das Wiederaufleben der Massenproduktion von Zedernnüssen und die Deckung des wachsenden Bedarfs an diesem einzigartigen Nahrungs- und Heilprodukt sowie dem daraus gewonnenen Zedernöl hängt mit der Schaffung von hochergiebigen Zederngärten, Zedernplantagen und der Anpflanzung von Zedern sowohl in den natürlichen Wachstumsgebieten dieser Art wie auch in ihr nicht heimischen Gebieten zusammen.

Diese und weitere Themen sind in allgemeinverständlicher Form im vorliegenden Buch dargestellt. Es erzählt von dem schweren Schicksal des Wunderbaums in Russland und seinen positiven Eigenschaften, von welchen jeder Mensch Nutzen ziehen kann, indem er die Zedernwälder der Taiga besucht, einen Zederngarten anlegt oder auch nur einige wenige Zedern anpflanzt und aufzieht.

Dieses ist das erste Buch über die große Bedeutung und die Errungenschaften der Plantagenaufzucht von Zirbelkiefern zu verschiedenen Zwecken, als Ergebnis der mehr als 55-jährigen respektvollen Zusammenarbeit zwischen dem Autor dieses Buches und dem Zaren der sibirischen Taiga.
Die Nutzung dieses Wissens ermöglicht es, hochergiebige Zederngärten zu schaffen und Zedern nicht nur in Russland, sondern auch in Europa anzupflanzen.

Das Buch richtet sich an Forstwirtschaftsarbeiter, Züchter, Nussbaumexperten, Gärtner sowie an neugierige, außergewöhnliche, gütige und gutherzige Menschen, die die Schönheit und Kostbarkeit der Natur zu schätzen wissen. Schützt und vermehrt den Reichtum der Zeder. Pflanzt Zedern an und gebt das Wissen über sie weiter. Sie werden euer Leben verschönern und verlängern.
 
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